Mehr Sicherheit im Arbeitsalltag mit Chemikalienschutzanzügen

Zwei Feuerwehrmänner am Einsatzort im Chemikalienschutzanzug Dräger CPS 7900 Titanium Edition

Der tägliche Umgang mit Industrie- und Gefahrstoffen stellt hohe Anforderungen an den Arbeitsschutz. Wer mit flüssigen, festen oder gasförmigen Chemikalien arbeitet, weiß: 

Schon geringfügiger Kontakt kann Hautreizungen verursachen oder langfristige, schwerwiegende gesundheitliche Folgen für Mitarbeiter und Anwender haben.

Chemikalienschutzanzüge (CSA) sind daher ein unverzichtbarer Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung. Sie schützen zuverlässig vor gefährlichen Stoffen und helfen, Arbeitsunfälle sowie Gesundheitsrisiken nachhaltig zu reduzieren.

 

So finden Sie den richtigen Chemikalienschutzanzug für Ihren Einsatz

Jede Tätigkeit bringt individuelle Risiken mit sich. Um den passenden Chemikalienschutzanzug (CSA) auszuwählen, empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen:

Grundsatz: Ist der Gefahrstoff nicht eindeutig bekannt, sollte immer die höchste Schutzstufe gewählt werden.


1. Welche Arbeiten werden durchgeführt?

Art, Intensität und Dauer der Tätigkeit bestimmen maßgeblich den erforderlichen Schutz.
Handelt es sich um:
•    Freimessungen
•    direkten Kontakt mit Gefahrstoffen
•    Wartungs- oder Instandhaltungsarbeiten
Je höher das Expositionsrisiko, desto leistungsfähiger muss der Chemikalienschutzanzug sein.

 

2. Welche Risiken gehen vom Gefahrstoff aus?

Unterschiedliche Stoffe erfordern unterschiedliche Materialeigenschaften:
•    Sehr kalte Chemikalien: Das Material darf nicht spröde werden oder brechen
•    Leicht entzündliche Stoffe: Der Anzug muss flammenbeständig sein
•    Explosionsgefährdete Bereiche: Antistatische Eigenschaften sind zwingend erforderlich
•    Gefährliche Gase: Hier kommt ausschließlich ein gasdichter Chemikalienschutzanzug infrage

 

3. In welcher Umgebung findet der Einsatz statt?

Die Arbeitsumgebung beeinflusst die Wahl des Schutzanzugs erheblich:
•    Bei mechanisch anspruchsvollen Einsätzen (z. B. nach Unfällen) sind robuste, wiederverwendbare Hazmat Suits mit hoher mechanischer Festigkeit notwendig.
•    Arbeiten in engen Räumen wie Tanks oder Schächten erfordern eng anliegende Chemikalienschutzanzüge, bei denen der Pressluftatmer außen getragen werden kann, um Engstellen sicher zu überwinden.

4. Wird ein Atemschutzgerät benötigt?

•    Ohne Atemschutz: Ein chemikalienbeständiger Schutzoverall ist ausreichend
•    Mit Filtergerät: Empfehlenswert sind Schutzanzüge mit integrierter Vollmaske oder Gesichtsmanschette
•    Mit isolierendem Atemschutz: Achten Sie darauf, ob das Atemschutzgerät innerhalb oder außerhalb des CSA getragen werden kann

 

5. Wie aufwendig ist die Dekontamination?

•    Lässt sich der Gefahrstoff nur schwer entfernen, sollte das Atemschutzgerät im Anzug getragen werden, um Verunreinigungen zu vermeiden.
•    Ist eine Reinigung wirtschaftlich nicht sinnvoll, empfiehlt sich ein Chemikalienschutzanzug zum Einmalgebrauch.

 

Arten von Chemikalienschutzanzügen im Überblick

Die Auswahl des richtigen Chemikalienschutzanzugs richtet sich vor allem nach:
•    mechanischer Beständigkeit
•    chemischer Beständigkeit
•    Dichtigkeit gegenüber Gefahrstoffen
Ein zentrales Prüfkriterium ist die Permeationsbeständigkeit:
👉 Je länger eine Chemikalie benötigt, um ein Material zu durchdringen, desto höher ist der Schutz.
Diese Eigenschaft werden in verschiedenen Normen geprüft, z. B. in EN 943-1, EN 943-2, EN 14605, …

Chemikalienschutzanzüge werden nach europäischen Normen in Typenklassen eingeteilt:


•    Typ 1 (EN 943-1/-2): Gasdichte Anzüge für Arbeiten mit hochgefährlichen Chemikalien.
•    Typ 2 (EN 943-1): Nicht gasdicht, aber mit Schutz durch begrenzten Überdruck.
•    Typ 3 (EN 14605): Flüssigkeitsdicht gegen Strahlflüssigkeiten.
•    Typ 4 (EN 14605): Spraydicht gegen flüssige Chemikalien.
•    Typ 5 (EN ISO 13982-1): Partikeldicht gegen feste Stoffe und Stäube.
•    Typ 6 (EN 13034): Begrenzt sprühdicht für leichten Spritzschutz.

 

Durchbruchzeit und Leistungsklassen von Chemikalienschutzanzügen


Die Durchbruchzeit beschreibt, wie lange ein Material einer bestimmten Chemikalie standhält, bevor diese von außen nach innen durchdringt. Sie wird nach DIN EN ISO 6529 ermittelt und ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die Schutzwirkung eines CSA.
Leistungsklassen nach Durchbruchzeit


Leistungsklasse    Durchbruchzeit
Klasse 1    > 10 Minuten
Klasse 2    > 30 Minuten
Klasse 3    > 60 Minuten
Klasse 4    > 120 Minuten
Klasse 5    > 240 Minuten
Klasse 6    > 480 Minuten

 

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